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Komet Lulin am Morgenhimmel

02.02.2009
Zur Zeit kann der Komet Lulin am Morgenhimmel im Sternbild Waage mit dem Fernglas entdeckt werden. Wo Sie suchen müssen, was Kometen sind und woher sie stammen, verrät Ihnen dieser Artikel.
Aufbau der Kometen

Kometen bestehen im wesentlichen aus einem Kern, einem einige Kilometer großen Brocken aus gefrorenen Gasen und Wasser sowie staubfeinen Mineralteilchen. Daher kommt die bekannte Bezeichnung von Kometen als "schmutzige Schneebälle", obgleich aktuelle Untersuchungen eher einen "gefrorenen Schmutzball" mit höherem Staubanteil nahelegen. Nähert sich dieser Schmutzball der Sonne, so beginnen die Gase zu verdampfen, reißen Staubteilchen mit und bilden eine Gas- und Staubhülle um den Kern (die Koma) und werden schließlich vom Teilchenstrom der Sonne (Sonnenwind) zu einem Schweif weggetrieben, der stets von der Sonne weg weist. Dann kann sich der Komet als "Schweifstern" zeigen und hat meist sogar zwei verschiedene erkennbare Schweife: einen gebogenen aus den Staubteilchen, einen geraden aus den verdampften Gasen des Kerns.


Ursprung der Kometen

Kometen stammen aus den Tiefen des Sonnensystems und "besuchen" das innere Sonnensystem teilweise nur ein einziges Mal, bevor sie wieder in große Sonnenentfernungen verschwinden. Sobald sich der Kometenkern von der Sonne entfernt, ebbt das Verdampfen von Gasen ab und Koma und Schweif bilden sich zurück. Einige Kometen werden aber durch die Schwerkraft der großen Planeten von ihrer ursprünglichen Bahn abgelenkt und bleiben auf elliptischen Bahnen, die sie wiederholt in Sonnennähe zurückführen. Das bekannteste Beispiel ist Halley's Komet, der alle 76 Jahre sichtbar ist.


Entdeckung des Kometen Lulin

Der Komet Lulin (mit der Katalognummer C/2007 N3) wurde am 11.01.2007 fotografisch am Lulin Observatory (Taiwan) entdeckt und etwa eine Woche nach der Entdeckung fälschlicherweise für einen Asteroiden gehalten. Aufgrund der großen Entfernung zur Sonne war noch keine auffällige Koma um den Kometenkern sichtbar. Innerhalb der vergangenen zwei Jahre hat sich der Komet nun aber der Sonne genähert und eine auffällige Koma und auch einen kleinen Schweif entwickelt.


Sichtbarkeit von Komet Lulin

Komet Lulin hat seinen sonnennächsten Punkt (das sogenannte Perihel) bereits am 10. Januar durchlaufen, Komet und Erde nähern sich allerdings weiterhin an und werden am 24. Februar den geringsten Abstand von 61 Millionen km erreichen (das entspricht etwa 40% der mittleren Entfernung zwischen Erde und Sonne). Deswegen wird die scheinbare Helligkeit des Kometen weiterhin steigen und gegen Ende Februar ihr Maximum erreichen.

Bereits jetzt ist der Komet mit dem Fernglas am Morgenhimmel als nebliges Scheibchen zu entdecken. Er steht zur Zeit im Sternbild Waage und läuft im Monat Februar weiter durch die Jungfrau und den Löwen. Der Komet könnte im Laufe des Monats möglicherweise von dunklen Beobachtungsorten mit bloßem Auge sichtbar werden.

Einen Schweif wird man zur besten Sichtbarkeit aus perspektivischen Gründen allerdings nicht sehen können. Ende Februar steht die Erde fast genau zwischen Sonne und Komet, so daß der Schweif von der Erde weg weist und hinter der Koma nicht sichtbar ist. Diese erscheint dann als verwaschene, neblige Scheibe. Generell gilt, daß ein dunkler Standort ohne störende Lichtquellen wie Straßenlaternen (aber auch den Mond) die Beobachtung erleichtert, aber Komet Lulin sollte mit einem Fernglas auch aus der Stadt sichtbar sein.

Dies ist in der Tat eine einmalige Gelegenheit Komet Lulin zu beobachten, denn er wird nach diesem Besuch im inneren Sonnensystem vermutlich nicht mehr zurückkehren. Nach aktuellen Daten wird er für immer in den Tiefen des Weltalls verschwinden.

Die grobe Position des Kometen im Februar kann der unten abgebildeten Aufsuchkarte entnommen werden. Klicken Sie auf diesen Link für eine größere Aufsuchkarte zum Ausdrucken. Unter dem folgenden Link finden Sie schließlich detailierte Aufsuchkarten (ca. 1,1 Mb) für den Rest des Monats: Detail-Karten .
Bild zum Newssthema
Übersicht der scheinbaren Bahn von Komet Lulin am Himmel im Monat Februar.

Autor: benk (B. Knispel)
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