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Halbschatten-Mondfinsternis am 20.11.2002

15.11.2002
Am frühen Morgen des 20.11.2002, nur rund 24 Stunden nach dem erwarteten Sternschnuppenregen der Leoniden, findet eine Mondfinsternis statt.
Vielleicht sind Sie jetzt etwas erstaunt, weil Sie davon noch nichts gehört haben. Bei dieser MoFi handelt es sich nämlich "nur" um eine Halbschattenfinsternis, also um ein eher unauffälliges, aber gleichwohl reizvolles Himmelsereignis. Dass die Massenmedien davon Notiz nehmen, ist eher nicht zu erwarten. Deshalb erklären wir Ihnen hier, was es mit dieser Finsternis auf sich hat.

HALBSCHATTEN-MONDFINSTERNIS - WAS IST DAS?

Am frühen Morgen des 20.11.2002, nur rund 24 Stunden nach dem erwarteten Sternschnuppenregen der Leoniden, findet eine Mondfinsternis statt. Vielleicht sind Sie jetzt etwas erstaunt, weil Sie davon noch nichts gehört haben. Bei dieser MoFi handelt es sich nämlich "nur" um eine Halbschattenfinsternis, also um ein eher unauffälliges, aber gleichwohl reizvolles Himmelsereignis. Dass die Massenmedien davon Notiz nehmen, ist eher nicht zu erwarten. Deshalb erklären wir Ihnen hier, was es mit dieser Finsternis auf sich hat:

Ab und zu verfinstert der Mond sein Antlitz. Das passiert immer dann, wenn die Erde ziemlich genau zwischen Sonne und Mond steht. Dies kann nur bei Vollmond geschehen, und dann nur, wenn der Mond sich in der Nähe der Schnittpunkte seiner Bahn um die Erde mit der Ebene der Erdbahn um die Sonne befindet. Das hört sich kompliziert an, wird aber leicht verständlich, wenn sie einmal die Informationen über die himmelsmechanischen Zusammenhänge bei Astro!info studieren.

Halbschattenfinsternisse machen immerhin etwa 37 % aller Mondfinsternisse aus, sind aber schwer zu beobachten (Beobachtungshinweise in englischer Sprache finden Sie bei Bengt Ask), weil es nur zu einer leichten Eintrübung des Mondlichtes kommt (hierzu eine hervorragende Fotoserie von Schindler Leung).

Auf dem Mond würden Sie zur gleichen Zeit eine partielle Sonnenfinsternis beobachten können. Als Faustregel gilt, daß eine Halbschattenfinsternis dann zu bemerken ist, wenn die Mondscheibe mit mehr als 2/3 ihres Durchmessers in den Halbschatten eintritt. Deshalb können Sie die Halbschattenfinsternis am 20.11.2002 beobachten, während Sie in anderen Fällen - wie erst kürzlich am 24.06.2002 - von dem Geschehen auch unter besten Sichtbedingungen nichts bemerken.

WANN, WO UND WIE BEOBACHTET MAN DIE MOFI?

Ablauf der Halbschatten-MoFi am 20.11.2002 (Mitteleuropäische Zeit)
Eintritt in den Halbschatten: 00.32 Uhr
Finsternismitte: 02.47 Uhr
Austritt aus dem Halbschatten: 05.01 Uhr

Der Verfinsterungsgrad ist groß genug, um gegen Finsternismitte (etwa von 2.30 bis 3.00 MEZ ) eine leichte Abschwächung des Mondlichtes ("Grauer Mond") beobachten zu können.

Es empfiehlt sich, die Beobachtung bereits früher zu beginnen, vielleicht um kurz nach Mitternacht. Am besten ist, sie suchen sich eine Beobachtungsort ohne störendes Kunstlicht aus, vielleicht den gleichen, an dem Sie in der Nacht zuvor wegen der Leoniden waren. Prägen Sie sich nun zunächst die Helligkeitsverteilung auf dem Vollmond genau an, am besten mit bloßem Auge und mit einem Fernglas; schon das bescheidenste Gerät kann wertvolle Dienste leisten. Und dann wiederholen Sie die Beobachtung in festgelegten Zeitabständen, die zur Finsternismitte hin enger werden sollten. Ganz wichtig ist, dass Sie nicht ununterbrochen, sondern in Abständen hinschauen. Dadurch fallen Ihnen Veränderungen auf dem Mond viel deutlicher auf. Um die Finsternismitte sollte sich im oberen (nördlichen) Teil des Mondes eine deutliche Eintrübung und Lichtabschwächung bemerkbar machen ("Grauer Mond"). Voraussetzung ist allerdings, dass die Luft absolut klar (dunst- und nebelfrei) ist. Falls Sie ohnehin wegen der Leoniden auf die Kanaren oder nach Tunesien gereist sind, haben Sie in dieser Hinsicht sehr gute Karten. Planen Sie deshalb Ihren Rückflug so, dass Sie diese Nacht noch in Ihrem Zielgebiet verbringen.

Wenn das Wetter gar nicht mitspielt, bleibt als letzte Chance noch die Webcam von astroeduca.com auf Gran Canaria, die die MoFi einfangen soll. Wenn Ihnen eine erfolgreiche Beobachtung dieser MoFi gelingt, dann seien Sie ruhig ein wenig stolz auf sich, denn nun zählen Sie zu der immer noch recht kleinen Zahl von Menschen, die eine Halbschattenfinsternis bewusst beobachtet haben.

Quelle: www.astronomische-reisen.de

Über einen kleinen Bericht in Form einer Mail würden wir uns sehr freuen und bei Gelegenheit mitveröffentlichen.

Bild zum Newssthema
Animation einer Halbschatten-Mondfinsternis

Autor: vk
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